BÖTTGES-PAPENDORF-WEILER · Steuerberater Wirtschaftsprüfer · Partnerschaftsgesellschaft mbB

bpw Aktuell

Wir schütten Sie nicht mit Steuertipps zu: Aber manche Themen sind so existenziell wichtig für Ihren (betrieblichen) Steueralltag, dass wir unseren Mandanten zusammmen mit unseren Lohn-/FiBu-/Jahreabschlussanschreiben gezielt fundamentale Informationen zukommen lassen. Diese können Sie hier auch für eine gewisse Zeit noch einmal nachlesen.

 

Pauschbeträge für Eigenverbrauch (Sachentnahmen): Anpassung wegen Umsatzsteuersenkung ab 1. Juli 2020

Durch das Corona-Steuerhilfegesetz vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1585) wurde für die nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 1. Juli 2021 erbrachten Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen mit Ausnahme der Abgabe von Getränken der ermäßigte Steuersatz der Umsatzsteuer eingeführt. Mit Schreiben vom 27. August hat der Bundesfinanzminister daher auch die für das Jahr 2020 geltenden Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben (Sachentnahmen) angepasst. Betroffen sind Inhaber von Bäckereien, Fleischerei/Metzgereien, Gaststätten aller Art, Getränkeeinzelhandel, Cafés und Konditoreien, sowie der Einzelhändler mit Milch, Milcherzeugnissen, Fettwaren und Eiern,  mit Nahrungs- und Genussmitteln (Eh.) sowie mit Obst, Gemüse, Südfrüchten und Kartoffeln, wenn die Sachentnahmen für den privaten Verbrauch nicht durch Einzelaufzeichnung, sondern pauschal ermittelt werden.

Die (neuen) Werte sind jeweils zeitnah mit der Monatsbuchführung zu erfassen, also erstmals mit der Fibu für Juli 2020. Die neuen Tabellen können Sie dem BMF-Schreiben vom 27. August 2020 entnehmen.

Kassenführung: 5 Bundesländer verlängern Härtefallregelung zur Umstellung elektronischer Registrierkassen bis 31. März 2021

Seit dem 1.1.2020 ist die Kassensicherungsverordnung in Kraft, die u.a. für elektronische Registrierkassen die Einrichtung einer manipulationssicheren TSE (= Technische Sicherheits-Einrichtung) erfordert. Da diese am 1. Januar 2020 noch nicht hinreichend verfügbar waren, hat der Bundesfinanzminister eine Übergangsfrist mit Nichtbeanstandungsregelung bis zum 30.9.2020 gewährt. Coronabedingt haben nun 5 Bundesländer diese Frist verlängert bis zum 31. März 2021, da vor allem ohnehin schon von der Corona-Krise und den Folgen schwer gebeutelte Branchen betroffen sind. Da sich der Bundesfinanzminister einer Verlängerung verweigert hat, wollen Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg durch eigene Ländererlasse tätig werden, wie entsprechenden  Presseerklärungen vom 10. Juli 2020  zu entnehmen ist.

Allerdings gilt das nicht bedingungslos. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

Die Ministerien aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Hamburg haben den zeitlichen Aufschub am heutigen Tag mit eigenen Erlassen möglich gemacht. Danach werden die Finanzverwaltungen der fünf Länder nach Maßgabe der jeweiligen Ländererlasse Kassensysteme bis zum 31. März 2021 auch weiterhin nicht beanstanden, wenn
 

  • die erforderliche Anzahl an TSE bei einem Kassenfachhändler oder einem anderen Dienstleister bis zum 30. September 2020 nachweislich verbindlich bestellt beziehungsweise in Auftrag gegeben oder
  • der Einbau einer cloud-basierten TSE vorgesehen (z.B. bei einer Zentralkasse in Unternehmen mit einer Vielzahl von Filialen), eine solche jedoch nachweislich noch nicht verfügbar ist.

Ein gesonderter Antrag bei den Finanzämtern ist hierfür nicht erforderlich. (Quelle: PM NRW vom 10. Juli 2020).

FiBu aktuell

30. September 2020: Übergangsfrist TSE-Einrichtung für Ihre Kasse läuft aus

Erinnerungshinweis: Die Nichtbeanstandungsregelung betr. „Zertifizierte technische Sicherungseinrichtung“ (TSE) für elektronische Kassen läuft am 30.09.2020 aus!
Durch das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen vom 22. Dezember 2016 ist § 146a AO eingeführt worden, wonach ab dem 1. Januar 2020 die Pflicht besteht, dass jedes eingesetzte elektronische Aufzeichnungssystem im Sinne des § 146a Absatz 1 Satz 1 AO i. V. m. § 1 Satz 1 KassenSichV sowie die damit zu führenden digitalen Aufzeichnungen durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schützen sind. Diese Frist zur flächendeckenden Einführung der TSE einschl. digitaler Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme – DSFinV-K – wurde im Zuge einer sog. Nichtbeanstandungsregelung der Länder erlängert bis Ende September 2020. Ab Oktober 2020 müssen Kassen folglich über eine solche Sicherheitseinrichtung und Schnittstelle verfügen. Nur wenn die Kasse baulich und technisch nachweislich (Herstellerbescheinigung notwendig!) nicht aufrüstbar ist, gilt eine Schonfrist darüber hinaus bis Ende 2022. Diese erweiterte Schonfrist ist allerdings nicht gültig für PC-Kassen und App-Systeme. Mittlerweile sind technische ösungen sowohl als Hardware als auch als Cloud- Lösung auf dem Markt. Bitte setzen Sie sich daher rechtzeitig mit Ihrem Kassenhersteller bzw. - anbieter in Verbindung. Im Hinblick auf mögliche Anbindungen an DATEV (mit Schnittstelle zur
Buchführung) können Sie sich hier informieren www.datev.de/kassenarchiv/ .
Bezüglich der gemäß § 146a Absatz 4 AO notwendigen Mitteilung eingesetzter Kassensysteme gibt es bisher nicht Neues, von der Meldung ist daher bis zur entsprechenden Bekanntgabe durch die Behörden im Bundesteuerblatt zum Einsatz einer elektronischen Übermittlungsmöglichkeit vorerst weiter abzusehen.

Lohn aktuell

Arbeitsunfähigkeit bis zu 3 Tage ohne Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung

Für Arbeitnehmer, die keine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, kann bei einer Krankheitsdauer von maximal 3 Tagen, ein Erstattungsantrag der Lohnfortzahlung bei der Krankenkasse auch ohne Krankenschein gestellt werden. Dafür sollte allerdings stets ein vom Arbeitnehmer verfasster Zweizeiler über das Fernbleiben von der Arbeit aus gesundheitlichen Gründen zur Personalakte des Arbeitnehmers genommen werden. Nach Ablauf der drei sogenannten Karenztage muss der Arbeitgeber ein ärztliches Attest erhalten, das ihm sagt wie lange der Arbeitnehmer voraussichtlich fehlen wird. Falls Sie die o. g. „Drei-Tage-Regelung“ anwenden, denken Sie daran uns darüber zu informieren.

Verwaltungsregelung zu steuerfreien Corona-Beihilfen

Zahlung steuerfreier Corona-Beihilfen bis 1.500 €an Arbeitnehmer möglich gem. BMF-Schreiben vom 9.April 2020. Beachten Sie auch unsere aktuellen Hinweise zum Zusätzlichkeitserfordernis steuerfreier Arbeitgeberleistungen in unserer Aktuellen Mandanten Information 06/2020.